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Wiesbaden, 17. Mai 2026 - Die Saison der Rhine River Rhinos ist beendet. Nach einem leidenschaftlichen Playoff-Wochenende mussten sich die Wiesbadener im entscheidenden dritten Halbfinalspiel dem Spitzenklub RSV Lahn-Dill mit 52:62 geschlagen geben. Während Lahn-Dill damit ins Finale einzieht, endet für die Rhinos eine Spielzeit, die trotz des Ausscheidens noch lange in Erinnerung bleiben wird. Dabei hatte am Samstag zunächst alles mit einem echten Playoff-Krimi begonnen.
Rhinos erzwingen Spiel drei
Mit dem Rücken zur Wand gingen die Rhinos in das zweite Halbfinalspiel und lieferten vor heimischer Kulisse genau die Reaktion, die es brauchte. Von Beginn an entwickelte sich eine intensive, physische und defensiv geprägte Partie, in der jeder Ballbesitz umkämpft war. Wiesbaden hielt mit enormer Energie dagegen und ließ den Gästen aus Wetzlar kaum einfache Abschlüsse zu.
Vor allem defensiv präsentierten sich die Rhinos über weite Strecken auf absolutem Topniveau. Immer wieder zwang man Lahn-Dill zu schwierigen Würfen, kämpfte um Rebounds und hielt das Spiel trotz kleiner Läufe des Gegners offen. Offensiv übernahmen insbesondere Mojtaba Kamali, Nico Dreimüller, Tim Diedrich und Kei Akita Verantwortung in wichtigen Momenten.
Die Rhinos erwischten einen starken Start und erspielten sich bereits im ersten Viertel eine 19:10-Führung. Auch zur Halbzeit lag Wiesbaden nach einer konzentrierten Leistung noch mit 30:23 vorne. Besonders die aggressive Verteidigung und schnelle Ballbewegung sorgten immer wieder für wichtige Punkte.
Doch Lahn-Dill blieb gefährlich und kämpfte sich im dritten Viertel zurück in die Partie. Trotzdem behielten die Rhinos zunächst die Kontrolle und gingen mit einer 39:33-Führung in den Schlussabschnitt.
Im letzten Viertel entwickelte sich schließlich ein echter Playoff-Fight. Wiesbaden verteidigte leidenschaftlich und stemmte sich mit aller Kraft gegen die abgeklärte Routine des Rekordmeisters, die sich in der Schlussphase immer deutlicher auszahlte. Vor allem Kamali, Dreimüller und Diedrich sorgten offensiv weiter für wichtige Akzente, während die Halle die Mannschaft lautstark nach vorne pushte.
Die Rhinos brachten den Favoriten mehrfach unter Druck und hielten die Partie bis in die Schlussminuten offen. Am Ende setzte sich Wiesbaden mit einem hart erkämpften 56:45-Erfolg durch und zwang den Lahn-Dill damit tatsächlich in ein entscheidendes drittes Spiel am Sonntag.
Frühe Führung im Entscheidungsspiel, doch Lahn-Dill nutzt seine Erfahrung
Keine 24 Stunden später wartete bereits das alles entscheidende dritte Halbfinale. Und erneut erwischten die Rhinos den besseren Start. Wiesbaden spielte mutig, bewegte den Ball gut und fand früh Lösungen gegen die kompakte Defensive der Gäste. Punkte von Kamali, Dreimüller und James Palmer sorgten für eine frühe Führung und zeigten sofort: Die Rhinos wollten ihre Chance nutzen.
Doch Lahn-Dill brachte mit zunehmender Spielzeit seine enorme Erfahrung aufs Feld. Besonders Thomas Böhme, Rose Hollermann und Michael Paye übernahmen Verantwortung in wichtigen Situationen und hielten ihr Team stabil, als Wiesbaden immer wieder Druck aufbaute.
Trotzdem blieben die Rhinos dran. Immer wieder kämpfte sich das Team zurück, verkürzte Rückstände und hielt die Partie bis ins vierte Viertel offen. Besonders Nico Dreimüller zeigte ein starkes Spiel und setzte offensiv immer wieder wichtige Akzente. Auch Kamali und Akita sorgten mit wichtigen Aktionen dafür, dass die Gastgeber den Kontakt nicht verloren.
Im letzten Viertel machte sich schließlich die enorme Qualität und Routine des Rekordmeisters bemerkbar. Während Wiesbaden um jeden Punkt kämpfen musste, nutzte Lahn-Dill seine Chancen konsequent und traf in den entscheidenden Momenten die wichtigen Würfe.
Die Rhinos versuchten weiterhin alles, kämpften bis zur letzten Sekunde und wurden von den Fans lautstark getragen. Doch der Rückstand ließ sich am Ende nicht mehr vollständig schließen. Mit 52:62 entschied Lahn-Dill das dritte Spiel für sich und zog ins Finale ein.
Eine Saison, auf die Wiesbaden stolz sein kann
Auch wenn das Ausscheiden im Halbfinale schmerzt, bleibt vor allem eines: Stolz. Die Rhine River Rhinos haben über die gesamte Saison hinweg gezeigt, wie viel Qualität, Leidenschaft und Entwicklung in dieser Mannschaft steckt. Das Team hat sich gegen starke Konkurrenz behauptet, schwierige Phasen gemeinsam überstanden und sich bis ins Halbfinale der Playoffs gekämpft.
Besonders beeindruckend war dabei immer wieder der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. Die Rhinos spielten mit Intensität, Emotionen und einem klaren Teamgedanken – Eigenschaften, die das Team während der gesamten Saison ausgezeichnet haben.
Ein großer Dank gilt außerdem den Fans, die die Mannschaft über die komplette Spielzeit hinweg unterstützt haben und die Heimspiele regelmäßig zu etwas Besonderem gemacht haben. Gerade am vergangenen Wochenende war die Atmosphäre in Wiesbaden ein echter Faktor und zeigte einmal mehr, wie eng Team und Fans zusammengewachsen sind.
Auch wenn der Traum vom Finale nun beendet ist, haben die Rhinos in dieser Saison ein starkes Zeichen gesetzt – sportlich wie emotional.
Stimmen zum Wochenende
Chris Huber (Headcoach):
„Ein sehr intensives Basketball Wochenende liegt hinter uns, dass erneut gezeigt hat, dass die Rhinos zu den besten Mannschaften Deutschlands gehört.
Am Samstag durften wir in einer unglaublichen Atmosphäre zeigen, wie Rhinos Basketball gespielt wird. Mit einer Menge Energie und Intensität haben wir, denke ich, verdient gewonnen und uns das Spiel 3 der Serie erkämpft. Wir wollten die gleiche Energie auch am Sonntag bringen, trafen aber auf einen deutlich besser aufgelegteren Gegner und haben gemerkt, dass Nerven und Druck in einer solchen Situation durchaus eine entscheidende Rolle spielen. Lahn Dill hatte stets die passende Antwort und somit auch an diesem Tag verdient gewonnen - Glückwunsch zum Einzug ins Finale.
Nichtsdestotrotz bin ich unglaublich stolz Teil eines so großartigen Vereins und Teams zu sein. An den Reaktionen nach dem 3. Spiel konnte man sehr gut sehen, wie besonders diese Saison war und wie viel jedem Einzelnen diese Chance auf den Einzug in das Finale um die deutsche Meisterschaft bedeutet hat.
Vielen Dank an alle Fans, alle ehrenamtlichen Helfer, alle Beteiligten und Möglichmacher - für die ich stellvertretend Gerhard, Marvin und Mirko nennen möchte - im Verein für diese herausragende Saison. Aber vor allem möchte ich mich bei meiner Mannschaft bedanken, die die ganze Saison hart gearbeitet haben! Und auch wenn aktuell der Schmerz noch überwiegt, können wir versprechen nächste Saison wieder mit Rhinos Basketball angreifen zu wollen.“
Nico Dreimüller:
"Das ganze Wochenende war ein Wechselbad der Gefühle. Samstag haben wir toll gekämpft und verdient gewonnen. Sonntag war jedoch unsere Verteidigung nicht gut genug und gleichzeitig haben wir im Angriff kein Mittel für einfache Punkte gefunden. Wir sind natürlich sehr enttäuscht und hätten gerne durch einen Finaleinzug Rhinos-Geschichte geschrieben. Andererseits sind wir aber auch sehr dankbar für diese gute Saison. Der Verein wächst und wir kommen immer mehr im Wiesbadener Stadtbild an, es kommen mehr Fans und wir haben fantastische Sponsoren.
Ich werde die Mannschaft und das drumherum an den Spieltagen (mit Fans, Freund:innen & Familie quatschen, Autogrammkarten unterschreiben etc.) sehr vermissen!
Danke an alle Fans, Sponsoren und Helfer:innen für Euren Einsatz! Ohne Euch geht nichts!"
Hannah Dodd:
„Offensichtlich war es ein enttäuschendes Ende der Saison, weil wir wussten, dass wir absolut in der Lage gewesen wären, die finalen Playoff-Runden zu erreichen. Trotzdem war es eine großartige Saison für den Verein, und wir können uns nur darauf freuen, nächstes Jahr darauf aufzubauen. Vielen Dank an alle Fans, Unterstützer und Sponsoren, die uns die ganze Saison über angefeuert haben!“
Mirko Korder:
„Ich will gar nicht erst versuchen, diese Niederlage in schöne PR-Phrasen zu verpacken: Das tut einfach verdammt weh. Wir standen ganz dicht an der Schwelle, Vereinsgeschichte zu schreiben. Ich hätte es der Mannschaft, dem Staff, unseren Fans, den ehrenamtlichen Helfern und unseren Partnern von ganzem Herzen gegönnt, diesen historischen Finaleinzug nach Wiesbaden zu holen. Alle haben so lange auf genau so einen Moment hingearbeitet und alles dafür gegeben – war es am Sonntag zum Greifen nah. Und wenn Du dann so kurz vor dem Ziel scheiterst, schmerzt das tief – im ersten Moment fühlt sich alles nur wie Schall und Rauch an. Die Enttäuschung wiegt unheimlich schwer.
Aber gerade in diesem Moment der Leere wird mir auch klar, was für ein außergewöhnliches Fundament wir hier in Wiesbaden aufgebaut haben. Und deshalb ist mir mein Dank heute wichtiger als nach jedem Sieg:
An unser Team und unseren Staff: Ihr habt diese Saison zu etwas Besonderem gemacht und bis zur letzten Sekunde alles auf dem Parkett gelassen. Ihr habt diese Saison bewiesen, dass wir endgültig auf Augenhöhe mit den Besten der Liga angekommen sind.
An unsere Helfer: Ihr reißt Euch Spiel für Spiel im Hintergrund den Allerwertesten auf – in Eurer Freizeit, aus purer Liebe zum Club. Ihr hättet dieses Finale verdient gehabt.
An unsere Partner und Sponsoren: Ihr seid keine reinen Geldgeber, Ihr fiebert und leidet in der Halle mit uns mit (da wird dann als Vorstand unseres Hauptsponsors auch mal die Trommel in die Hand genommen). Euer Vertrauen in unseren Weg als professioneller Hochleistungssport ist das, was uns überhaupt erst in die Lage versetzt hat, an die Tür zur Spitze zu klopfen.
An unsere Fans: Ihr habt die Halle – besonders im Spiel 2 – zu einer Festung gemacht. Dieser Rückhalt ist es, der ein Team über sich hinauswachsen lässt - etwas, dass uns immer wieder von der Mannschaft gespiegelt und sehr wertgeschätzt wurde.
Wir haben die Sensation verpasst, ja. Wir trauern jetzt ein paar Tage, schlucken die bittere Pille – und dann schütteln wir uns. Aber wir haben auch bewiesen, dass wir sportlich und strukturell auf dem Level der größten angekommen sind. Der Schmerz wird vergehen, der Stolz auf diese Truppe bleibt – und unser Hunger auf diesen ersten großen Titel wird ab heute nur noch größer:
You cant stop a running Rhino!"
Bild: Nico Dreimüller mit vollem Einsatz im Entscheidungsspiel
Fotocredit: Ana Sasse
Text: Kristina Reischmann
























