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Wiesbaden/Wetzlar, 10. Mai 2026 - Die Rhine River Rhinos haben sich im ersten Spiel der Playoff-Halbfinalserie beim RSV Lahn-Dill gut geschlagen. In einer intensiven und von starker Defensive geprägten Begegnung unterlagen die Wiesbadener am Ende knapp mit 54:48. Trotz der Niederlage zeigten die Rhinos über weite Strecken, warum in dieser Serie weiterhin alles möglich ist.
Playoff-Basketball von der ersten Minute an
Schon der Start in die Partie machte deutlich, was beide Teams erwartet hatten: ein physisches, hart umkämpftes Playoff-Spiel auf höchstem Niveau. Beide Mannschaften verteidigten aggressiv, ließen kaum einfache Abschlüsse zu und kämpften um jeden Ballbesitz.
Die Rhinos fanden dabei gut in die Begegnung. James Palmer erzielte die ersten Punkte für Wiesbaden, bevor Kei Akita und Nico Dreimüller weitere wichtige Treffer nachlegten. Immer wieder gelang es den Gästen, defensive Stops in eigene Offensivaktionen umzuwandeln. Besonders die Arbeit unter den Körben und die geschlossene Teamdefensive hielten die Partie über das gesamte erste Viertel offen.
Lahn-Dill zeigte jedoch früh seine enorme Erfahrung. Angeführt von Thomas Böhme, Rose Hollermann und Michael Paye fand der Rekordmeister zunehmend Lösungen gegen die Wiesbadener Defensive und nutzte kleine Fehler konsequent aus. Dennoch blieben die Rhinos dran und ließen den Gastgeber nie wirklich davonziehen.
Defensive Intensität prägt das Spiel
Auch im zweiten Viertel blieb die Partie von hoher Intensität geprägt. Punkte waren auf beiden Seiten hart erarbeitet, freie Würfe selten. Die Rhinos verteidigten diszipliniert und kämpften um jeden Rebound, während offensiv vor allem Nico Dreimüller und Tim Diedrich wichtige Akzente setzten.
Immer wieder schaffte es Wiesbaden, den Rückstand klein zu halten. Gleichzeitig zeigte sich aber auch die Qualität des RSV Lahn-Dill, der in entscheidenden Momenten seine Erfahrung ausspielte und durch kontrollierte Angriffe wichtige Punkte nachlegte.
Zur Halbzeit war bereits klar: Dieses Halbfinale würde nicht durch spektakuläre Läufe entschieden werden, sondern durch Details, Geduld und die bessere Chancenverwertung.
Rhinos zeigen Moral nach der Pause
Nach dem Seitenwechsel erhöhten beide Teams noch einmal die Intensität. Die Rhinos kämpften sich mehrfach zurück und hielten die Begegnung lange offen. Vor allem Mojtaba Kamali übernahm im weiteren Verlauf offensiv Verantwortung und setzte wichtige Treffer aus der Mitteldistanz.
Immer wieder gelang es Wiesbaden, den Abstand zu verkürzen. Steven Elliott arbeitete stark beim Rebounding und Nico Dreimüller sorgte mit wichtigen Punkten dafür, dass die Rhinos weiterhin in Schlagdistanz blieben.
Doch Lahn-Dill fand in den entscheidenden Momenten Antworten. Vor allem im Schlussviertel nutzte der Gastgeber seine Chancen effizienter und erspielte sich zwischenzeitlich eine etwas komfortablere Führung. Die Rhinos gaben sich allerdings nie auf.
Rhinos zeigen Charakter bis zur Schlusssirene
Auch im letzten Viertel kämpften die Rhinos unbeirrt weiter und hielten die Partie lange offen. Immer wieder fand Wiesbaden Wege zum Korb und setzte den Gastgeber unter Druck. Besonders Mojtaba Kamali erzielte wichtige Punkte, die den Rückstand erneut verkürzten.
Die Rhinos investierten defensiv weiterhin enorm viel, arbeiteten stark gegen den Ball und ließen Lahn-Dill nur wenige einfache Abschlüsse zu. Doch der Gastgeber nutzte seine Erfahrung in den entscheidenden Situationen und brachte die knappe Führung über die Zeit. Trotz einer leidenschaftlichen Leistung mussten sich die Wiesbadener am Ende mit 54:48 geschlagen geben.
Stimmen zum Spiel
Chris Huber (Headcoach):
„Ein sehr hart umkämpftes Spiel, das wir eigentlich hätten gewinnen können, vielleicht sogar müssen. Leider ist es uns heute nicht gelungen, unseren Gameplan konsequent umzusetzen. Wir haben uns hervorragende Chancen herausgespielt, gleichzeitig muss ich mich vor die Mannschaft stellen und die Niederlage auf meine Kappe nehmen. Wir hätten definitiv früher die Taktikumstellung auf eine Ganzfeldpresse machen müssen, die uns in den letzten fünf Minuten nochmal ins Spiel gebracht hat und den Rückstand deutlich minimiert hat. Daher müssen wir uns jetzt den Mund abputzen und schauen, dass wir nächste Woche bereit sind den Sieg am Samstag zu holen, damit wir am Sonntag in das alles entscheidende Spiel gehen können.“
Mirko Korder (Geschäftsführer):
„Zunächst Glückwunsch an den RSV Lahn-Dill zum 1:0 in der Best-of-Three-Serie. Sie waren in den entscheidenden Momenten einen Tick kaltschnäuziger – so simpel kann Basketball manchmal sein. Wir müssen selbstkritisch festhalten, dass wir heute nicht die Intensität und Energie abgerufen haben, die uns auf den zweiten Tabellenplatz geführt hat. Dass es dennoch bis zum Schluss eng blieb, zeigt aber: Wir haben definitiv das Potenzial, diese Serie zu drehen. Unser Motto ‚You can’t stop a running Rhino‘ ist Programm: Man kann uns vielleicht bremsen, aber niemals stoppen. Unser Headcoach Chris und die Mannschaft wissen genau, an welchen Stellschrauben wir drehen müssen, und ich bin von einer starken Reaktion in der kommenden Woche überzeugt. Ein riesiger Dank geht an die mitgereisten Fans – euer Support war auch auswärts überragend. Jetzt folgt mein Appell an ganz Wiesbaden, unsere Partner und Fans: Kommt am Samstag in die Halle und macht sie voll! Diese Mannschaft hat eure Unterstützung mehr als verdient und wird diese Energie auf dem Court zurückzahlen. Die Serie ist nicht entschieden, die Saison ist nicht entschieden. Wir stehen zusammen und werden in eigener Halle alles daransetzen, den Ausgleich und damit das entscheidende dritte Spiel zu erzwingen.“
Die Serie lebt weiter
Auch wenn die Niederlage schmerzt, nehmen die Rhinos viele positive Erkenntnisse aus Wetzlar mit. Gegen einen der erfahrensten und erfolgreichsten Clubs Europas präsentierte sich das Team über weite Strecken absolut auf Augenhöhe und zeigte erneut den Charakter, der diese Saison bislang so besonders macht.
Jetzt richtet sich der Fokus vollständig auf das Rückspiel am 16. Mai im Rhinos Dome. Dort wollen die Rhinos gemeinsam mit ihren Fans noch einmal alles investieren, um die Serie offen zu halten und das Halbfinale zurück nach Wiesbaden zu holen.
Die Ausgangslage ist klar: Vierzig Minuten fehlen. Und dieses Team hat in dieser Saison bereits mehrfach bewiesen, dass es bereit ist, bis zur letzten Sekunde zu kämpfen.
Bild: James Palmer fokussiert am Ball
Fotocredit: Ana Sasse
Text: Kristina Reischmann
























